Montag, 14. März 2011

klagt die SCIENTOLOGY-SEKTE

Mit einer agressiven Anzeigenkampagne klagt die SCIENTOLOGY-SEKTE Deutschland in den USA an - nicht ohne Wirkung

Edward Tashji, Sprecher des Dachverbandes türkisch-amerikanischer Verbände in den USA, war des Lobes voll: "Auch im Namen unseres Präsidenten Dr. Sevket Karaduman" bedankte er sich bei der Scientology Church fuer deren "tatsachengetreue Beschreibung des Gespenstes von Faschismus und Rassismus in Deutschland". Verbreitet wurden die Thesen der Scientologen in ganzseitigen Anzeigen. In der "New York Times" vom 11. Januar stand unter der Titelzeile "Menschenrechte in Gefahr": "Deutschlands Gegenwart ähnelt auf erschreckende Weise seiner Vergangenheit. In den 30er und 40er Jahren schloß die Welt die Augen, während das Klima fuer den Holocaust geschaffen wurde. Niemand tat etwas. Heute können Sie handeln." Es folgten die Adressen von Bill Clinton, Helmut Kohl und Klaus Kinkel.

Fast eine Million Dollar ließ sich die Sekte die insgesamt 26 ganzseitigen Anzeigen kosten, die zwischen September und Februar erschienen. Die Kampagne begann, als in Deutschland der Druck auf die Sekte zunahm: Bundesarbeitsminister Norbert Blüm hatte sie mehrfach hart angegriffen und als "verbrecherische Geldwäsche-Organisation" bezeichnet. Im Oktober 1994 ließ er einer mit Scientology verbundenen privaten Arbeitsvermittlungsfirma die Lizenz entziehen.

Haben die Anzeigen die Zeitungsleser in den USA überzeugt? Die deutsche Botschaft in Washington bekam zwar Anrufe von deutschen Touristen, die sich beleidigt fühlten, hüllte sich aber ansonsten in Schweigen. "Die Kampagne ist ins Leere gelaufen", urteilt Botschaftssprecher Ekkehard Brose. "Und dabei wollten wir es auch belassen."

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